Natale

Natale, geb. ca. 2007, mittelgross, ist ein Hund mit einem besonders schlimmen Schicksal.

Stellen Sie sich vor: Jemand packt Sie und wirft Sie in ein tiefes Loch in den Felsen. Sie schlagen nach ungefähr 3 m auf einem schmalen Felsvorsprung auf, fallen von dort 10 bis 12 m tief in eine Schlucht, sind verletzt, rufen verzweifelt um Hilfe und niemand kommt, um Sie zu retten. Neben Ihnen liegt bereits jemand, der auch in das Loch geworfen wurde und das nicht überlebt hat. So ist es Natale geschehen. In einer einsam gelegenen Region auf der Insel Sardinien entledigen sich die Einheimischen ihrer Tiere, die sie nicht mehr haben wollen oder gebrauchen können, auf diese barbarische Art und Weise. Hunde, Katzen, Ziegen, Schafe, egal. Als “Tradition” bezeichnen sie das.

In diesem Loch haben sich schon viele Tiere zu Tode gequält, sind verdurstet und verhungert und ihren schweren Verletzungen irgendwann erlegen. In der Nähe dort wohnt ein Ehepaar, das versucht, zu retten, was noch zu retten ist. Sie haben eine Falle gebaut, lassen diese, bestückt mit Futter, in das tiefe Loch hinunter und warten und hoffen, dass das arme Wesen, das dort unten liegt, hineingeht. Klappt das, wird die Falle geschlossen und hochgezogen, der Todeskandidat ist gerettet.

Schon viele Tiere haben die beiden gerettet und gesundgepflegt. Zuletzt hatte Natale das Glück. Er jammerte und weinte, wurde gehört und gerettet. Er hatte eine Kette um seinen Hals, die bereits eingewachsen war, die Wunden sieht man noch heute (dieses Foto wurde von seinen Rettern aufgenommen, die ihn gesundgepflegt und zu uns geschickt haben).

Wie bereits viele seiner Leidensgenossen kam Natale (italienisch “Weihnachten”, der so getauft wurde, weil er an Weihnachten gefunden und gerettet wurde) zu uns. Er ist ein so lieber, dankbarer Hund, der uns nur Freude macht. Er ist sehr verträglich mit allen Artgenossen und geht schon prima an der Leine.

Am 08. März hat er seinen Kastrationstermin, was sein muss, muss sein. Und dann sucht er ein tolles Zuhause, gerne mit einem Artgenossen.