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Das ist Kara’s Geschichte, die sehr traurig anfing und so glücklich endete.
Im Sommer 2000 berichtete uns ein aufmerksamer Tierfreund von einer sehr traurigen Schäfermischlingshündin, die einsam und inzwischen vollkommen apathisch in einem Zwinger vegetierte. Ihr Besitzer, so berichtete man uns, schlug die arme Hündin, acht Jahre alt, immer wieder, wenn er seine Aggressionen abbauen wollte und kümmerte sich ansonsten überhaupt nicht um sie. Wir fuhren zu zweit zu der angegebenen Adresse, dem Hinterhof eines Eisenwarengeschäftes in Gummersbach und fanden in einem Zwinger wirklich die besagte Hündin vor. Kara reagierte überhaupt nicht, als wir uns ihrem Gefängnis näherten. Ich streckte meine Hand durchs Gitter, die Hündin blieb sitzen und leckte mir, einer vollkommen Fremden, die Hand ab. Sie war so unendlich traurig, dass wir weinend und fassungslos vor dem verschmutzten Zwinger standen. Der einzige Gegenstand darin war ein Wassernapf, in dem das Wasser schon grün geworden war. Wir wollten und konnten das Elend des Tieres nicht auf sich beruhen lassen und stellten die Geschäftsinhaberin und Besitzerin von Kara zur Rede, zornig wie wir waren. Wir wollten erreichen, dass die Hündin an uns abgegeben wurde. Ein Wort gab das andere, wir drohten im Beisein von Kunden mit Anzeige wegen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz, sollte man uns die Hündin nicht herausgeben. Es war nichts zu machen, und wir entschlossen uns zur Strafanzeige. Wieder im Auto überlegten wir, ob es nicht sinnvoll wäre, noch einmal in das Geschäft zu gehen und in Ruhe mit der Besitzerin der Hündin zu sprechen. Gesagt, getan. Wir wiesen nochmals auf die Konsequenzen hin, die eine Strafanzeige mit sich bringen würde und drohten mit Protestauftritten vor dem Geschäft. Nun wollte die Frau es sich überlegen und uns dann anrufen. Wir waren kaum wieder zuhause als sie uns anrief und mitteilte, sie habe sich entschieden, Kara an unseren Tierschutzverein zu übereignen. Wir fuhren sofort zurück nach Gummersbach, liessen uns einen Übereignungsvertrag unterschreiben, packten Kara glücklich ins Auto und brachten sie in unsere Obhut. Sie war eine solch liebe und dankbare Hündin, klapperdürr (das hat sich gründlich geändert) und einfach ein Schatz.
Einige Wochen später, im September 2000, stellten wir Kara in der Sendung “Tiere suchen ein Zuhause” vor. Eine nette Dame aus Dortmund rief an und interessierte sich für Kara als Zweithund zu ihrem Rüden Pico, ebenfalls ein Tierschutzhund. Wir fuhren auf schnellstem Wege mit Kara nach Dortmund, sie verstand sich mit Pico, wollte ihm zwar alles wegfressen, aber sonst war die gegenseitige Sympathie vorhanden. Zufällig kannten wir Pico aus seinem früheren, nicht so schönen Zuhause und freuten uns, dass er nun auch ein wirklich glücklicher Hund war.
Das neue Frauchen und ihr erwachsener Sohn mochten Kara auf Anhieb, auch wenn sie in der ersten Zeit alles “Ess- und Fressbare” ausser Reichweite bringen mussten.
Kara lebt mit Pico, Katze Daisy (die war ihrem Herrchen als winzigkleines Kätzchen zugelaufen und natürlich geblieben)
und ihren Menschen nicht nur in Dortmund,
sondern häufig auch in einem Ferienhaus auf der Insel Texel. Dort vermieten ihre Menschen Ferienhäuser, in denen natürlich auch Vierbeiner willkommen sind.
Sie ist inzwischen dick und rund und einfach nur glücklich. |
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