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Tagebuch von Julie
Eine Bordeaux Dogge zieht ein
31. März 2007 - Julie zieht ein
Am 11. März war sie in Tiere suchen ein zuhause und nun endlich ist sie da!!
In der Sendung Tiere suchen ein zuhause wurde Julie vorgestellt - als Notfall. Sie hat Krebs an der linken Hinterpfote und es wird ein tolles zuhause gesucht wo sie ihren Lebensabend verbringen kann. Ich hab für sie gehofft das sich ganz tolle Menschen finden, die ihr die verbleibende Zeit noch so schön wie ebend möglich machen. Am Mittwoch Abend, wir waren mit Gwendoline unserer Frettchenfähe zum Fäden ziehen beim Tierarzt kam er rein!
Ein eineinhalb Jähriger Bordeaux Doggen Rüde, eine imposante Erscheinung und Chris war hin und weg.
Da habe ich ihm von Julie erzählt und abends im Internet auf der Homepage haben wir sie uns angeschaut. Am nächsten Tag habe ich direkt im Tierheim angerufen und mal nachgefragt ob sie den schon vermittelt sei. Frau Bolz vom Tierschutzverein Menschen für Tiere e. V. sagte mir das es schon mehrere Interessenten gäbe aber noch keiner wirklich in Frage gekommen sei. Ich habe gefragt wie sie den mit Kindern, Hunden und anderen Tieren zurecht komme und ob sie mir noch mehr über Julie erzählen könne. Wir haben lange und oft telefoniert und am 18. März sind wir dann mit ganz gemischten Gefühlen nach Köln gefahren um sie kennenzulernen. Eine Entscheidung wollten wir noch nicht fällen - nur anschauen!
Der Empfang war toll - wir hatten einen Begleitservice - damit wir das Tierheim auch finden ist uns Herr Schmidt entgegengekommen und hat uns eingewiesen. Als wir dann auf das Gelände vom Tierheim kamen sah ich schon hinter einem Zaun eine Hündin – aber Julie war es nicht. Erst als das Tor vom Auslauf aufging kam sie auf uns zu. Ganz freundlich und ungezwungen - einfach ein toller Hund! Die zweite Hündin ist Jersey ihr Freundin mit der sie vom Vorbesitzer abgegeben wurde, angeblich weil er umgezogen ist…
Nach einer Weile spielen und toben sind wir das erste Mal mit ihr Spazieren gegangen. Einmal durch den Park - es war toll, sie zog nicht an der Leine, hatte keinen Stress mit anderen Hunden und auch fremde Menschen waren absolut o. K. für sie. Als wir wieder am Tierheim waren schauten wir uns an und alles war klar - Julie sollte unser Hund werden! Im Tierheim angekommen haben wir noch mit Frau Bolz einen Kaffe getrunken und über Julie gesprochen, das sie ja jetzt die Chemotherapie bekommt und Herr Dr. Pingen, der Tierarzt vom Tierheim ihr noch eine Lebenserwartung von cirka eineinhalb Jahren gibt. Nach etwa zwei Stunden haben wir uns auf die Rückfahrt gemacht mit dem Wissen das in zwei Wochen eine „Sabberbacke“ einziehen wird!
Wir haben alles vorbereitet, das Futter bestellt und Rinti gekauft. Die leckersten Leckerchen die es gab haben wir ausgesucht. Die Näpfe poliert und die Decken gewaschen, einen schönen Platz ausgesucht wo sie ihren Platz bekommt. Bei der Stadt angerufen und gemeldet das Nordhorn einen klasse Hund bekommen wird und natürlich auch unseren Tierarzt informiert das sie einen neuen Patienten haben.
Am 25. März haben wir Julie dann noch einmal in Köln besucht. Sie hatte ziemlich schlechte Laune. Ich denke es lag daran weil wir sie aus dem Zwinger gelassen haben und das war wohl alles etwas zu schnell für sie. Sie hat uns deutlich gezeigt das sie mehr Zeit braucht – und die soll sie auch haben. Sie hat dann noch eine Runde mit Jersey gespielt und dann sind wir mit ihr spazieren gegangen. Familie Schmidt hat uns eingeladen mit Julie doch bei ihnen vorbei zu kommen um zu schauen wie sie sich gibt wenn sie ohne Leine spielen und sich bewegen darf. Frau Schmidt hat uns dann am Tierheim abgeholt und wir sind rüberspaziert. Auf dem Weg begegneten uns von einem anderen Tierheim eine ganz Gruppe Staffords und Co. die gerade Unterricht machten - Julie interessierte das nicht. Dann kamen uns Kinder auf Fahrrädern entgegen und Julie hat ihnen kurz „Guten Tag“ gesagt - auch kein Thema. Bei Familie Schmidt im Garten hat sie dann erstmal mit einem Ball gespielt und wir konnten auch mit Familie Schmidt reden was sie für Erfahrungen mit Julie gemacht haben. Nach einer Weile sind wir dann zum Tierheim zurück und haben noch mit Frau Bolz eine Tasse Kaffee getrunken -sie brachte Julie dann in den Zwinger zurück - ich glaube das war für alle drei ein ganz schwerer Abschied.
Und dann war es endlich soweit - Julie zieht ein! Um 9.15 Uhr kam der Anruf von Familie Schmidt wir sind unterwegs - in zwei Stunden seid ihr nicht mehr alleine! Und um 11.00 Uhr klingelte es an der Tür und Julie war da!
Sie kam etwas zögernd rein und sich von den Schmidt`s alles zeigen lassen - kurz den Pflegevertrag unterschrieben und eine Tasse Kaffe und ein Stück Kuchen gegessen und schon waren sie wieder weg.
Julie hat dann den ganzen Tag bei uns im Esszimmer unter dem Tisch gelegen - hat uns schon mal angegrummelt wenn wir ihr zu nahe kamen und wollte so gar nichts von uns wissen. Der erste Spaziergang hat das Eis dann schon gebrochen und das erste Abendessen schmeckte ihr auch richtig klasse - es gab Rinti und Trockenfutter. Die anderen Zimmer hat sie noch nicht erkundet aber den Garten findet sie klasse!
Mal sehen wie die erste Nacht wird!
1. April 2007
Die Nacht war sehr ruhig sie hat im Esszimmer auf ihrer Decke geschlafen und hat uns morgens ohne grummeln begrüßt. Nach eine schnellen Tasse Kaffee für die Zweibeiner ging es los zum Frühspaziergang - ich glaube ich bin schon ewig nicht mehr an einem Sonntag morgen um 8.15 Uhr aufgestanden! Was tut man nicht alles für die geliebten Vierbeiner…
Es war schön Julie kam auf Zuruf mit auf den Flur ließ sich die Leine anlegen und wedelte wie wild das es endlich losging. Wir können mit Julie von zuhause aus direkt in die Heide gehen und haben dort heute morgen gleich Bekanntschaft mit den anderen Gassigängern gemacht. Es waren große und kleine, schwarze und weiße unterwegs und alle waren zum spielen aufgelegt -besonders Julie. Ein großer Collie Rüde hat es ihr besonders angetan.
Wieder zuhause gab es dann erstmal Frühstück und ein Verdauungsschlaf -dann hat sie den Chef noch beim Schrankzusammenbauen beobachtet -ob er auch alles richtig macht?! Sie ist schon ein klasse Hund!
Julie ist heute schon viel aufgeschlossener als gestern und ich denke in ein paar Tagen ist sie ganz eingezogen!
2. April - Julie wir ein „Nordhörnchen“
Heute ist ein ereignisreicher Tag für Julie.
Wir drei sind früh aufgestanden, waren ausgiebig spazieren und haben die Kontakte von Julie gepflegt - sie hat schon viele neue Freundschaften geknüpft. Die kleinste ist die zu einer kleinen Malteser Hündin und die größte immer noch der tolle Collie Rüde. Sie ist allen Hunden aufgeschlossen und freundlich. Nach dem Morgenspaziergang gab es dann Frühstück für alle und nach einem kleinem Verdauungsschlaf sind wir dann zum Rathaus gefahren um Julie ordnungsgemäß bei der Stadt anzumelden. Herr Krainski vom Amt meinte das Julie wohl ein großer Hund sei und eine sehr imposante Erscheinung wäre kam aber nicht umhin sie zu streicheln. Nun ist Julie ein echtes „Nordhörnchen“.
Als wir dann wieder zuhause waren bin ich wie gewohnt nach oben ins Wohnzimmer gegangen und eh ich mich versah stand Julie hinter mir und lauerte neugierig aber zaghaft ins Zimmer. Sie hat dann die Frettchen kennengelernt und ausgiebig den Käfig beschnuppert. Ich glaub sie findet Frettchen toll.
Am Nachmittag haben wir sie dann beim Tierarzt vorgestellt. Frau Dr. Hecking-Veltmann ist sehr angetan von ihr. Sie hat sich den Tumor angesehen und Julie abgetastet. Dann haben wir einen Termin gemacht für die nächste Chemotherapie und sind dann nach Hause gefahren.
Am Abend hat sie dann mit uns im Wohnzimmer gelegen uns fern gesehen. 1., 2., 3. und 4. Frettchenprogramm – war für sie schon ganz schön abwechselungsreich.
Die Nacht hat sie dann auf ihrem Lager vor der Schlafzimmertür verbracht.
Ich denke sie hat sich schon sehr toll eingelebt.
3. April 2007
Heute habe ich etwas länger geschlafen - Chris war schon aufgestanden und hat mit Julie geknuddelt und Kaffee gekocht. Den hat er mir dann ans Bett gebracht - das wecken war echt toll - Julies nasse Zunge einmal quer durchs Gesicht. Da war auch ich wach! Sie hat dann noch vor dem Bett gewacht bis ich aufgestanden bin.
Heute Nachmittag hat sie Chris im Garten geholfen. Sonnenschirmständer ausbuddeln kann Chris alleine hatte sie beschlossen - aber warum hat er das tolle Loch wieder zugebuddelt?? Also kurzer Hand hinter seinem Rücken wieder auf das Loch - ob da wohl was tolles drin versteckt ist?? Auch mit den Nachbarn rund um kommt sie toll zurecht - sie wedelt alles an was da kommt uns ist freundlich zu jedermann.
Wie man eine so tolle Hündin ins Tierheim abschieben kann, können wir nicht verstehen!
Wir sind mit Julie total glücklich!
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